Bei einer Durchsuchung im Unternehmen müssen Geschäftsführung und IT sofort koordiniert handeln: Strafverteidigung verständigen, den Durchsuchungsbeschluss prüfen lassen, Daten unverändert erhalten und den Ablauf dokumentieren. Dieser Leitfaden erklärt die rechtlichen Grenzen des Zugriffs auf Geschäftsräume, Unterlagen und IT-Systeme sowie die nächsten Schritte nach der Durchsuchung. Am Ende finden Sie eine PDF-Checkliste für die ersten 60 Minuten.
Praxistipps
Die Entschlüsselung von Smartphones gegen den Willen des Beschuldigten
Müssen Beschuldigte ihr Smartphone entsperren oder dessen Entsperrung dulden? Der Beitrag stellt die Untersuchung von Grzesiek/Zühlke aus dem Jahr 2021 zur Passwortherausgabe, Selbstbelastungsfreiheit und biometrischen Entsperrung vor. Ein ergänzender Hinweis ordnet die spätere BGH-Entscheidung vom 13. März 2025 ein, die eine zwangsweise Fingerabdruckentsperrung unter bestimmten Voraussetzungen billigt.
Tatort im Internetstrafrecht: Handlungsort, Erfolgsort und Auslandstat
Der Tatort einer Internetstraftat richtet sich nach Handlungsort und tatbestandlichem Erfolgsort (§ 9 StGB). Bei aktivem Tun ist grundsätzlich der körperliche Aufenthaltsort des Täters maßgeblich. Serverstandort und bloße Abrufbarkeit begründen für sich genommen keinen zusätzlichen Handlungsort. Ein Erfolgsort setzt eine für den konkreten Tatbestand erhebliche Tatfolge voraus. Bei abstrakten Gefährdungsdelikten wie den hier behandelten Fällen des § 86a, § 130 Abs. 3 und § 261 StGB lehnt der BGH einen solchen Erfolgsort ab. Beim Online-Glücksspiel bleibt die Einordnung umstritten. Fehlt ein inländischer Tatort, sind insbesondere §§ 5 bis 7 StGB zu prüfen. Der Beitrag zeigt die Rechtsprechung und ihre Bedeutung für die Verteidigung.
IT-Sicherheit im Homeoffice – 7 Praktische Tipps
Im Homeoffice können private Geräte, unsichere Zugänge und fehlende organisatorische Regeln Unternehmensdaten gefährden. Der Beitrag erklärt typische Angriffsrisiken und stellt sieben praktische Schutzmaßnahmen vor. Dazu gehören aktuelle Software, getrennte Datenbereiche, Verschlüsselung, Backups sowie klare Sicherheitsrichtlinien und ein Notfallplan.
